Budokai VfL-Löningen

Karate - Judo
Selbstverteidigung

Okinawa

Durch die Nähe zum chinesischen Festland und zu Taiwan gab es natürlich reichhaltige Kontakte zu diesen Regionen. So gelangte Quanfa (Weg der Faust) schon im 7. Jahrhundert auf die Insel Okinawa. Durch die Vermischung mit einheimischen und anderen "eingeschleppten" Kampfsystemen entstand der Faustkampf TODE (China Hand).

Im Jahre 1609 erfolgte die Übernahme Okinawas durch japanische Samurai. Der neue japanische Stadthalter Lehiza Shimazu verbot natürlich sofort das Tragen von Waffen für die einheimische Befölkerung. Also wurde das Tode im geheimen geübt um sich trotzdem gegen Übergriffe der Samurai wehren zu können. Diese Kampfkunst entwickelte sich in drei Richtungen:

  • In der Stadt Shuri entwickelte sich das SHURI-TE (harter Stil),
  • in der Stadt Naha das NAHA-TE (weicher Stil) und ... na? ...
  • in der Stadt Tomari das TOMARI-TE (wer hätte das gedacht)

Im Jahre 1875 wurde Okinawa offiziell an Japan angegliedert. Eine Selbstverteidigung gegen die Japaner brauchte man nicht mehr, man war ja nun selbst einer. Das Okinawa-Te wurde zum friedlichen Mittel der Persönlichkeitsschulung. Der Charakter eines Nahkampfsystems trat in den Hintergrund, die Kampfkunst näherte sich gewissermaßen wieder ihren Ursprüngen bei den chinesischen Mönchen an. Eine "Bewegungsschule" war geboren. Gleichwohl blieb das Kämpfen immer noch die Grundlage des Okinawa-Te.

Die "Verwestlichung" Japans führte dann zur Vereinheitlichung vieler Elemente des Okinawa-te. Zum Beispiel wurde die einheitliche Kleidung und das Gürtel- und Prüfungssystem eingeführt. Die wichtigsten Stile wurden einem Verband untergeordnet etc. 1936 wurde dann das Okinawa-te in Kara-te umbenannt. Damit wurde das Karate zu einer "Sportart" nach japanischen Vorstellungen.